Abendsegen

Katholikentag 12.5.2018, Petrikirche

Am Ende dieses wunderschönen Abends wollen wir noch einmal auf den Tag zurückblicken. Ihn bewusst durch den Kopf und das Herz gehen lassen. Ihn noch einmal in unsere Hände nehmen.

Wir beginnen im Zeichen des Kreuzes, das wir mit denselben Händen formen: Wir kommen zusammen im Vertrauen darauf, das Gott mitten unter uns ist. Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist

Hände

Carolin No haben eben auch von Händen gesungen: Händen, die helfen, heilen, geben und teilen. Hände, die formen, lernen, und nach den Sternen greifen. Hände, die sich zum Einspruch heben. Hände, die Verträge unterzeichnen. Hände, die mit Gewalt nehmen, und auf die andere Wange schlagen.

Was haben Sie mit Ihren Händen heute gemacht?

Wie viele andere Hände haben sie heute geschüttelt? Wie viele Umarmungen mit Ihren Händen begonnen?

Haben Sie Ihre Hände zum Beten gefaltet? Mit ihnen in Büchern geblättert? Sonnencreme verteilt? In einem Bus für den sicheren Halt gesorgt? An einem Fahrradlenker gesteuert? Sich zu Applaus gehoben?

Haben Ihre Hände heute eine rettende Tasse Kaffee oder ein Glas Wasser empfangen? Den Stadtplan zerknittert?

Einen lieben Menschen an seinen Händen gehalten, damit sie ihn nicht verlieren?

Aber vielleicht hat sich ja auch eine Ihrer Hände zu einer Faust geballt. Versteckt in der Hosentasche?

Vielleicht wollten Sie an einer Stelle den Daumen senken? Wie ein Urteil. Dislike.

Vielleicht haben auch Sie heute einen Finger ihrer Hand in die Wunde eines anderen gelegt?

Was haben Sie heute be-griffen?

Zeichen

Mit denselben Händen halten Sie jetzt eine Kerze in der Hand und hier vorne sehen Sie das Friedenslicht mit dem die Kerzen angezündet wurden.

Doch ich sehe da ein kleines Problem: Suche den Frieden, jage ihm nach. Schwer möglich mit einer Kerze in den Händen.

Ministrantinnen und Ministranten kennen das vielleicht: Denn entweder bläst der Wind die Flamme aus oder es gibt keine freie Hand für die Dinge, die noch zu tun sind.

Ich glaube dennoch, dass es zusammengehört und zusammen passt. Der Frieden, das Jagen und die Kerze in Ihren Händen.

Denn: Wir müssen auf den Frieden aufpassen, wir haben die Verantwortung in genau den Händen, mit denen wir die Welt begreifen.

Und: Wir müssen den Frieden selbst bewusst empfangen.

Den Frieden auch im eigenen Herzen zulassen. Und dabei all die Dinge, die uns davon abhalten in die Hände des Herrn geben. Der Friede beginnt bei uns.

Nehme wir uns einen Moment Zeit Um darüber nachzudenken, welchen Frieden sie hier und jetzt in ihre Händen empfangen möchten.

Stille

Gebet

Herr, wir geben diesen heuten Tag zurück in Deine Hand. Wir danken dir für das, was wir heute empfangen und begreifen durften.

Wir bitten dich für das, was wir loslassen mussten. Wir bitten dich, für den Frieden, der manchmal so klein ist, wie die Flamme in unseren Händen.

Gemeinsam beten wir…

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Sendung

Taucht nun ein in die Nacht. Gott schenkt Euch seinen Frieden zum Weitergeben. Nehmt ihn mit, wenn ihr nun von hier weitergeht. Von Gott geliebt und gesegnet. Die Kerze in den Händen, mit denen Ihr die Welt begreift.

Gott halte uns in seiner Hand. Heute Nacht. Morgen. Auf dem Nachhauseweg.

So segne ER uns mit seinem Licht und seinem Frieden. Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.

Written by

Always seeking, sometimes found. Wilder mind, restless heart and head of strategic innovations in one of the oldest organisation there is. She/her.

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