Vor einigen Tagen hatte ich zusammen mit meiner Kollegin Sandra Bils die Aufgabe mir bei den Hildesheimer Gartengesprächen im Tagungshaus Priesterseminar ein paar Gedanken zum Bibeltext aus Genesis 2 zu machen.
Hier etwas davon.

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“fall trees beside body of water during daytime” by Dan Freeman on Unsplash

Im Anfang schuf Gott

Gott sprach.
Gott sah.
Gott schied.
Gott nannte.
Und sprach.

Gott machte.
Und nannte.
Und sprach.

Gott nannte.
Gott sah.
Und sprach.

Gott sah und sprach.
Gott machte.
Gott setzte.
Und sprach.

Gott schuf.
Gott sah.
Gott segnete.
Und sprach.

Gott machte.
Und sprach.
Gott schuf.
Gott segnete.
Gott sprach und sah.

Gott vollendete,
Ruhte.

Gott segnete und heiligte.

Viel zu tun für so eine Woche.
Viel Tun in einer Woche.
Das Tun Gottes im ersten Schöpfungsbericht.
Gesammelt in und reduziert auf seine Tun-Wörter.

Viele Wiederholungen.
Das Tun in einer Abfolge sich wiederholender Tätigkeiten.

Ein Rhythmus, der da entsteht.
Schaffen, Kreieren, Schöpfen, Scheiden.
Wahrnehmen und Sehen.
Sprechen, Hervorsagen, Nennen, Namen geben.
Auch das ist schließlich Arbeit.

All das wiederholt sich.

Dabei sind es nicht die Verben, die das Neue zeigen.
Sie bilden vielmehr die Struktur.

Dazwischen ist dort, wo Vielfalt und Leben entstehen.
In den Worten.
Nicht im Weißraum oder im Ungeschriebenen.
Sondern in den Adjektiven, aber vor allem Substantiven:

Im Himmel und auf der Erde. Mit dem Licht und der Finsternis. Dem Gewölbe, dem Wasser. Auf dem Trockenen. An Land. In den Pflanzen und Bäumen. Mit den Früchten. Den Zeiten. Den Lichtern und Sternen. Den Tieren, im Wasser und an Land und in den Himmeln. Im Grün und im Blau. Im Hell und im Dunkel.

Das Leben entsteht »dazwischen«:
im Rhythmus der Tage, der das Tun einrahmt.
Und dieses Tun endet selbst mit einer Lücke: Einem Nicht-tun.
Dem Ruhen. Und dem Segnen und Heiligen. Auch im und durch das Nicht-tun.

Segen. Bene dicere. Gut nennen. Gut heißen.
Vielleicht auch… Gut sein lassen.

Eine Frage der Balance zwischen Tun und Lassen, sein lassen, werden.

Segnen, gesegnet sein, heiligen. In Mitten der Schöpfung stehen.
Eine Frage der Gnade.

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Always seeking, sometimes found. Wilder mind, restless heart and head of strategic innovations in one of the oldest organisation there is. She/her.

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