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Tell me more. Erzähl mir mehr. Ich darf heute mit Ihnen und Euch laut darüber nachdenken, wie das gut gelingen kann. Was dabei helfen kann, Glaubensthemen gut zu moderieren. Und wie die Kommunikation dialogisch, beteiligend und kreativ gestaltet werden kann. Manches mag für Sie oder Euch aus meinem Munde mehr Erinnerung sein. Sie sind selbst erfahren und vertraut mit verschiedenen Formen der Verkündigung. Geben diese Formen und Gedanken auch weiter. Und manches andere mag heute von mir eine neue Betonung bekommen. Hören Sie es bitte als Motivation, Bestätigung, Nachdruck.

Helfen wird mir dabei ein reicher Schnösel in einer fetten Kutsche. Ein einflussreicher Mann, ein Mächtiger, einer mit einem eigenen Kopf. Ein Mensch mit schwarzer Hautfarbe. Einer, der einer sexuellen Minderheit angehört.

Helfen wird mir ein Blick in die Apostelgeschichte, in das 8. Kapitel. Die Begegnung des Philippus mit dem Äthiopier ist meiner Meinung nach eine zeitlose Hilfestellung für jegliche Form der Glaubenskommunikation.

Ich erinnere kurz an den Plot: Philippus wird von der Heiligen Geistkraft geschickt einen bestimmten Weg zu gehen. Auf diesem Weg trifft er auf einen Äthiopier, der sich gerade auf der Heimreise von Jerusalem aus befand. Dort war er “um anzubeten”. Sie kommen ins Gespräch, als Philippus eine Zeit lang neben der Kutsche her gegangen war und dabei zugehört hatte, wie der hohe Finanzbeamte aus Nordafrika laut aus der Bibel gelesen hat. Gemeinsam und zusammen auf der Kutsche kommen sie ins Gespräch über das Evangelium. Wie das manchmal bei solchen Begegnungen so ist, fahren sie an einer Wasserstelle vorbei und der reiche Beamte bittet um seine Taufe. Am Ende trennen sich ihre Wege wieder.

In dieser Begegnung sind wichtige Aspekte zu entdecken, die online wie offline Geltung in der Glaubensverkündigung haben. Auf drei Punkte will ich mich konzentrieren. …


Sehr frei übersetzt nach Jan Richardson

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Photo by Levi Hernández on Unsplash

Dieser Segen kündigt sich
schon ganz lange an.

Dieser Segen geht
seinen Weg
unbeirrt
auf dich zu.

Dieser Segen
blüht in den Kehlen der Frauen,
sprießt aus den Herzen der Männer,
schlägt Purzelbäume aus den Mündern der Kinder.

Dieser Segen ist eingenäht
in die Säume der Kleider,
die an der Straße ausgelegt sind.
Eingeritzt in die Zweige,
die den Weg abstecken.

Hallt wieder
im Atem
des fügsamen Fohlens,
im Klackern
der Eselhufen
auf den Steinen.

Etwas steigt auf
von unterhalb des Segens.
Will es
zudecken.

Aber dieser Segen
kann nicht zurückgenommen,
nicht zum Schweigen gebracht werden.
Er kann nicht damit aufhören
sein Lob zu singen
für den Einen,
der mit ihm geht.


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Photo by Gregory Hayes on Unsplash

»Die Kirchen«, vor allem ihre Leitenden machen zur Zeit einen großen Fehler in Bezug auf Innovation: Die meisten gehen davon aus, dass es sie (noch) nicht gibt. Dies hat Gründe — und Folgen.

Ein Grund besteht darin, dass das Bild von Innovationen oft nicht mit dem übereinstimmt, wie sie sich wirklich zeigen. Und über diese Bilder selbst kaum gesprochen oder diskutiert wird. Sie werden auch nicht in Bezug gesetzt, zu dem, was sich bereits zeigt. Ein anderer Grund besteht darin, dass (zumindest emergente) Innovationen etwas mit Kontrollverlust zu tun haben. …


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Photo by Eric Ward on Unsplash

Gestern Abend habe ich sie wieder geführt, diese Diskussion. Auch vorletzte Woche. Und davor bestimmt schon duzende Male: FreshX — (zu) evangelikal. Zu freikirchlich. Zu hören ist manchmal auch: Geht nicht ohne die Volkskirche, ohne Pfarrei, die Parochie. Plötzlich werden Fragen wichtig, die im »normalen Gemeindealltag«, sollte es ihn denn geben, gar nicht mehr so wichtig sind: Ist das alles überhaupt theologisch anständig und richtig (!) reflektiert? Ein fast schon klassisches Aufheulen: Was sollen wir noch tun? Historisch durchaus begründbare Argumente erschweren dazu häufig den Diskurs: Missionieren — wollen wir nicht! Und schließlich eine Totschlagargumentation schlechthin — für all sowas brauche es erst mal: ein angepasstes Kirchenrecht, eine entsprechende Ekklesiologie, die geeignete Ausbildung. …


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Vor mehr als sechs Jahren hielt ich meine erste Predigt. Ich hielt sie nicht alleine. Zu zweit waren wir gesandt, zu zweit standen wir da. Es war eine Predigt zu unserer gemeinsamen Einführung. Sandra und ich sprachen uns darin gegenseitig Mut zu für die Aufgabe, die da anstand: Kirchehoch2 verstetigen und immer schön auf der Suche nach einer Ökumene der Sendung bleiben. Was nach der Predigt folgte, waren fünf sehr großartige Jahre, die mich Dankbarkeit lehren. Unserer Beauftragung folgte die Verortung in eigenen Räumen in einem Ladenlokal im hannöverschen Linden. Heute habe ich zum letzten Mal die Türe des Kirchehoch2 Büros hinter mir zugeschlossen. Die Schlüssel werden abgegeben. Ich habe die Arbeit damit beendet. …


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In diesen Tagen digitale Medien zu benutzen, ist eine komische Sache. Denn entweder geht man destruktiven Dynamiken auf den Leim oder es wird schnell banal. Alleine die Tatsache, dass ich das an dieser Stelle zu einem krassen Gegensatz aufbauen kann, zeigt, wie sehr es stimmt. Dennoch möchte ich heute ein paar Gedanken hier teilen.
Vor einiger Zeit hat mir jemand in einer sehr übergriffigen Situation ins Gesicht gesagt: »Und du, du hast noch ganz andere Probleme!« Ich kann nicht sicher sagen, was die Person damit gemeint hat, aber ich ahne, dass sie auf meine mentale Gesundheit anspielen wollte. So kam es jedenfalls bei mir an und wurde auch an begleitenden Aussagen deutlich. Seither denke ich immer wieder darüber nach, was natürlich der Situation geschuldet ist, in der diese Worte gefallen sind. Über diese Situation möchte ich gar nicht sprechen, sondern über das, was solche oder ähnliche Vorwürfe so mächtig macht.
Mentale Gesundheit ist ein ebenso hohes Gut, wie die physische. Jeder Mensch hat ein Recht auf diese Gesundheiten und es sollte völlig normal sein, sich um beides — und alles dazwischen und darüberhinaus — zu kümmern. Die Sorge um das eigene mentale Wohl und das von Mitmenschen, sollte selbstverständlich sein. Mentale Krankheiten sind Krankheiten, um die man sich gemeinsam mit Therapeut*innen, Ärzt*innen und anderen unterstützenden Personen kümmern kann und muss. Es sind Krankheiten. Keine Vorwürfe.
Ich habe Menschen in meinem Freundeskreis und in meiner Familie, die um ihre mentale Gesundheit kämpfen, gekämpft haben oder gerade erkennen, dass es ohne diesen Kampf nicht mehr weitergehen kann. Ich ahne auch, dass ich viele Voraussetzungen mitbringe (z.B. genetisch), dass auch ich einmal sehr bewusst diesen Weg gehen muss. Dennoch ist es nichts, was man anderen zum Vorwurf machen darf. Niemals! Diese Haltung muss eine Ende finden, und ihre Macht muss ein Ende haben. Heute ist #mentalhealthday. Ein guter Zeitpunkt, um selbst einmal zu überprüfen: Was mache ich für meine eigene mentale Gesundheit? Wie fördere ich sie bei anderen? Und kann ich mit anderen über solche Fragen sprechen? Fang damit heute an. Mit einer Freundin, einem Freund, einem Menschen, mit dem es geht. Pass auf dich auf. …


Von der verändernden Mystik und Politik digitaler Nachfolge

»Das wichtigste ist das Bemühen, kein Arschloch zu werden. (…) Solche Menschen mit ihren Problemen nicht ernstnehmen. Und Freunde – ich sage euch: Das ist schwerer, als es sich liest. Aber wenn der Kleine nüchtern ist, ist er ein ganz netter Kerl. Da steckt viel Gutes in ihm drin. Liebenswertes. Hoffnungmachendes.

Da kennen wir auch ganz andere Gesellen, die agressiv und gewalttätig sind oder einfach nur dämlich-man kann es nicht anders sagen. An deren Liege du stehst und den Telefonhörer am Anschlag hältst, um die Polizei zu holen- wenn es Not tut. Die gibt es auch in Hülle und Fülle. …


»Wichtig ist, dass wir heute einen schönen Tag zusammen haben. Das wünsch ich uns.« Sr. Teresa, die Generaloberin der Vinzentinerinnen begrüßt die Helferinnen und Helfer beim Flohmarktverkauf zum Abschied des Hauses Katharina im Vinzenz Krankenhaus heute morgen. Der Konvent wird aufgelöst, die Schwestern sind bereits umgezogen, das Hab und Gut, das noch da war, galt es nun zu veräußern. Jede und jeder wusste nach einer kurzen Einführung, was es nun zu tun gab. Doch eines wollten die Schwestern sich nicht nehmen lassen: Mit den — vor allem — Ehrenamtlichen den Tag in der Kapelle zu beginnen. Mit einem Dank vorweg, mit Gebet und Segen, aber auch mit diesem Hinweis, dass es uns gemeinsam gut gehen soll. …


I.

Während meines Studiums arbeitete ich in einem Weihnachtsladen. An den Wochenenden und in den Ferien. Das ganze Jahr über. Also, vor allem im Sommer, Herbst und Winter. Die Adventswochenenden und die 12-Stunden Schichten waren am härtesten. Stehen ohne etwas zu tun zu haben. Aufpassen, dass nichts geklaut wird. Manchmal Ware nachfüllen. Froh und munter sein. Montags morgens dann mit einem Rolf Zuckowski Ohrwurm im Hörsaal. Doch die Weihnachtsbäckerei wollte sich nicht so recht vertragen mit der Neueren Kirchengeschichte. Oft drückte ich beim Wecker auf den Knopf – und den Kopf wieder ins Kissen. Noch etwas Glitzerstaub der Deko im Haar.

Advent und Weihnachten funktioniert bei mir seither nicht. Nur schwierig. Vor allem nicht zu viel. Vor allem nur ohne Kitsch. Vor allem ohne Müssen. Weihnachten bringt mich aber auch in meinem Theologin-Dasein an meine Grenzen. Satt habe ich die Phrasen, auch den Kommerz, der mir doch mein Studium finanziert hat. Ein Widerspruch, wie ihn nur das Leben hergibt. …


Vor einigen Tagen hatte ich zusammen mit meiner Kollegin Sandra Bils die Aufgabe mir bei den Hildesheimer Gartengesprächen im Tagungshaus Priesterseminar ein paar Gedanken zum Bibeltext aus Genesis 2 zu machen.
Hier etwas davon.

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“fall trees beside body of water during daytime” by Dan Freeman on Unsplash

Im Anfang schuf Gott

Gott sprach.
Gott sah.
Gott schied.
Gott nannte.
Und sprach.

Gott machte.
Und nannte.
Und sprach.

Gott nannte.
Gott sah.
Und sprach.

Gott sah und sprach.
Gott machte.
Gott setzte.
Und sprach.

Gott schuf.
Gott sah.
Gott segnete.
Und sprach.

Gott machte.
Und sprach.
Gott schuf.
Gott segnete.
Gott sprach und sah.

Gott vollendete,
Ruhte.

Gott segnete und heiligte.

Viel zu tun für so eine Woche.
Viel Tun in einer Woche.
Das Tun Gottes im ersten Schöpfungsbericht.
Gesammelt in und reduziert auf seine Tun-Wörter. …

About

Maria Herrmann

Always seeking, sometimes found. Wilder mind, restless heart and head of strategic innovations in one of the oldest organisation there is. She/her.

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